Tauchtiefen

Tauchtiefen

von Thomas Steinke

Triste Gegend. Nachts in deutscher Provinz. Eine Bushaltestelle, an der der Bus vorbeifährt. Was will man da erwarten. Früher war Karl Heinz Lehmann ein engagierter Bauleiter, dann wurde er gefeuert und ist nun Inhaber des Imbiss’ ›Kalles Mampfbude‹. Mitten in der Nacht trifft er an eben jener Bushaltestelle auf Lorenz Wotscher, arbeitsloser Diplom-Philosoph, jetzt freier Autor. Es regnet in Strömen, der letzte Bus lässt sie stehen, der Strom fällt aus, der Bahnverkehr ist eingestellt.
Was tun? Schlimmer geht’s nimmer? Irrtum: Während Kalle nach einem Ausweg sucht, versteigt sich Lorenz in Endzeitphilosopheme und riskiert, handfest zum Schweigen gebracht zu werden. Als plötzlich der Staudamm des in der Nähe gelegenen Kernkraftwerkes bricht, flüchten sie vor den Fluten auf das Dach des Wartehäuschens. Die Not bringt die beiden zusammen und während ihnen das Wasser langsam bis zum Hals steigt, stürzen sie von einer aberwitzigen Situation in die andere. Die Ereignisse überschlagen sich, ein ebenso verbissen wie phantasievoll geführter Überlebenskampf beginnt.
Zwei Männer auf einem Dach, die Katastrophe im Rücken, und alles was schief gehen kann: voller Situationskomik und Wortwitz erleben wir den Wandel einer Zwangsgemeinschaft zur Freundschaft – bis hin zu einem überraschenden Schluss. Ein Fest für Komödianten.

»Maarten Güppertz und Martin Theuer spielen ganz wunderbar Details der sprachlichen und körperlichen Kommunikation zwischen zwei Männeren, die sich nicht kennen.[…] Doch sie bleiben stets auf dem Teppich, überdehnen weder Sprechen noch Körpersprache ins Satirische.[…] Ein runder Theaterabend.« StZ, 6.10.08

»Güppertz und Theuer sind wahre Komödianten! Sie paddeln auf der Bühnenschräge in einem Plastikbecken symbolisch um ihr Leben und hauen sich ihre Lebensweisheiten derart um die Ohren, dass kein Auge trocken bleibt.« StN, 6.10.08

»So vollkommen selbstvergessen agieren die beiden Darsteller auf höchstem Kammerspielniveau. Güppertz und Theuer sind ein Komikerduo wie es im Buch steht, sie ergänzen sich nicht nur perfekt im Gegenbild, sondern sie verfügen beide über die Unbefangenheit des Herzens, die nötig ist, um den ›reinen Toren‹ darzustellen.« Info 3, November 08