Nach der Probe

Nach der Probe

von Ingmar Bergman

Nach einer Probe zu Strindbergs ›Traumspiel‹ ist der alternde Regisseur Henrik Vogler allein auf der Bühne zurückgeblieben. Da kommt die junge Schauspielerin Anna Egerman und reißt ihn aus seinen Gedanken heraus. Annas verstorbene Mutter Rakel war auch eine Schauspielerin, die aber das Theater verließ, um sich ihrer Familie zu widmen – und einst war sie Voglers Geliebte. Daraus ergibt sich nun ein Gespräch zwischen der jungen Frau und dem alternden Mann über Schauspielerei, künstlerische wie private Moral und Regie. In einer Rückblende erscheint Rakel, und in einem so bitteren wie ironischem Dialog lebt das alte Verhältnis noch einmal auf. Fantasie und Realität, Gegenwart und Vergangenheit verschwimmen immer mehr, Tochter und Mutter scheinen ihren Platz zu tauschen – bis schließlich Vogler am Ende doch wieder allein ist, im leeren und zugleich erfüllten Raum der Bühne.
In diesem Stück, eigentlich das Drehbuch zu seinem gleichnamigen Film, zieht der große Regisseur Ingmar Bergman die Summe seiner Kunst und seiner Lebenserfahrung. Es ist ein Kammerspiel, intim und intensiv, von unbarmherziger, faszinierender Wahrhaftigkeit.

»Textpassagen umstellen oder gleich ganz streichen und dann auch noch prahlen: ›Ich habe den alten Trottel entstaubt!‹ Auf solche Regietheatermätzchen hat Henrik Vogler (Maarten Güppertz) keine Lust mehr, wie er der Jungschauspielerin Anna (Julianna Herzberg) erzählt.
Auch Regisseur Daniel Klumpp ist in seiner Inszenierung des Ingmar Bergman-Drehbuchs ›Nach der Probe‹ am Mittwoch im Forum Theater weit entfernt von jeglichen Mätzchen. Er setzt auf die Präsenz seiner Akteure. […] Dezent deuten die Darsteller erotisches Begehren zwischen Meister und Schülerin an. Es entsteht eine intim konzentrierte Stimmung; so sinnlich kann Theater über Theater sein.« StN, 10.05.13